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"Ökoprofit": Gut für die Umwelt und die Firmenbilanz

am . Veröffentlicht in Unternehmensgruppe

Minden (mt). Ökologie und Profit müssen keine Gegensätze sein. Dass es für Firmen aus ganz unterschiedlichen Branchen möglich ist, Umweltbelastungen und Kosten zu senken, zeigt das Projekt Ökoprofit. NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg zeichnete zehn heimische Unternehmen für die erfolgreiche Teilnahme aus.

Von Anja Peper

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 MT-Foto: Anja Peper
 
"Ökoprofit ist Klimaschutz mit Gewinn", sagte Uhlenberg bei der Preisverleihung zum Abschluss der vierten Runde. Das Ziel dieses Projektes ist es, kostensenkende Umweltmaßnahmen in der Firma systematisch umzusetzen. Ein Blick auf die Teilnehmerliste zeigt, dass die zehn Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen kommen: Sparpotenziale fanden sich sowohl im Melittabad (14 Mitarbeiter), als auch in den Diakonischen Werkstätten (500 Mitarbeiter) und beim Schulz Gebäudeservice in Espelkamp (2000 Mitarbeiter).

Ökoprofit steht für "Ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik" und wird vom Umweltministerium gefördert. Im Projekt erarbeiten die teilnehmenden Unternehmen gemeinsam mit Experten Konzepte, um Wasser, Strom und Abfall zu sparen. Oft seien es "verblüffend einfache Maßnahmen", die dabei helfen, Ressourcen zu schonen, so Minister Uhlenberg. Über seine Erfahrungen mit Ökoprofit berichtete Friedrich Winkelmann, Chef im Rahdener Familienbetrieb Spargelhof Winkelmann. Dort werden seit 1922 neben Spargel auch Erdbeeren und Heidelbeeren produziert. Friedrich Winkelmann spart beispielsweise 35 000 Euro pro Jahr mit kleineren Transportverpackungen: "Unsere Spargelkartons sind zwei Zentimeter niedriger geworden. So fahren jetzt nur noch vier statt fünf Lkw vom Hof." Die bessere Auslastung der Wagen spart Diesel - gut für die Umwelt und das Portemonnaie. Als sich der Ökoprofit-Gedanke in den Köpfen seiner Mitarbeiter festgesetzt hatte, kamen auch viele weitere Sparvorschläge und Ideen von den Kollegen. Diese Eigendynamik hat auch Renate Schlüter, Tochter des Firmengründers der Martin Lehmann GmbH, Spezialfabrik für Möbelschlösser (Minden), in ihrem Betrieb beobachtet. Dort wird jetzt u. a. kontinuierlich Strom gespart, nachdem defekte Leuchtstoffröhren durch energiesparende Röhren ersetzt wurden. Alle zehn Unternehmen zusammen konnten ihre Betriebskosten um insgesamt rund 113 000 Euro pro Jahr senken.


Die Ergebnisse haben den Kreis überzeugt, sich auch für die fünfte Ökoprofit-Runde in 2008 zu bewerben. Interessierte Unternehmen können sich direkt mit dem Kreis in Verbindung setzen. Ansprechpartner ist Lothar Meckling, Tel. (05 71) 807 23 23 oder Birgit Ahrens, Tel. (05 71) 807 23 04. In den Firmen wird das Projekt betreut von der AGW Beratung GmbH, Ansprechpartner dort ist Ralf Golanowsky, Telefon (05 71) 6 45 73 53.


Fakten

Zehn Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen haben am vierten Ökoprofit-Durchgang im Kreis Minden-Lübbecke teilgenommen und sind nun zertifiziert worden. Das sind:

a.p. microelectronic GmbH, Minden (Elektronik, 48 Mitarbeiter)

Cofresco Frischhalteprodukte GmbH & Co. KG, Minden (197 Mitarbeiter)

Diakonie Minden, Diakonische Werkstätten (500 Mitarbeiter)

Mindener Bäder GmbH, Melittabad (14 Mitarbeiter)

Mindener Kreisbahnen GmbH (49 Mitarbeiter)

Goldin GmbH & Co. KG, Porta Westfalica (Metallverarbeitung, 30 Mitarbeiter)

Martin Lehmann GmbH & Co. KG, Minden (Metallveredelung, 150 Mitarbeiter)

Schulwitz GmbH, Hille (Filtertechnik, 29 Mitarbeiter)

Schulz Gebäudeservice GmbH & Co. KG, Espelkamp (Gebäudereinigung, 2000 Mitarbeiter)

Spargelhof Winkelmann GmbH & Co. KG, Rahden (28 Mitarbeiter)

Insgesamt sind nach dem vierten Ökoprofit-Durchgang 35 Firmen aus dem Kreis Minden-Lübbecke zertifiziert worden. (mt)

 

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