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Für den Notfall gerüstet sein

am . Veröffentlicht in Unternehmensgruppe

Minden (mt/Ulrike Missbach). Das furchtbare Busunglück, bei dem im November 20 Menschen starben, ist Busfahrer Michael Rischmüller und seinen Kollegen noch präsent. Über ein wenig Auffrischung in Sachen Brandschutz sind daher alle dankbar.

Aufmerksam lauschen sie dem Vortrag von Udo Flottmann, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Brandschutzbeauftragter der AGW-Ausbildungsgemeinschaft der Wirtschaft Minden-Lübbecke.

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Richtiges Löschen will gelernt sein: Brandschutzbeauftragter Udo Flottmann (l.) unterweist Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MKB. | MT-Foto: Manfred Otto

"Natürlich bleibt so ein schreckliches Unglück im Kopf, aber ich darf auf der anderen Seite auch nicht ständig daran denken", erklärt Michael Rischmüller, der seit 2002 als Busfahrer für die Mindener Kreisbahnen (MKB) tätig ist. Und trotz alle dem gelte der Bus nach wie vor als eines der sichersten Verkehrsmittel.

Aufgeteilt in fünf Gruppen nahmen rund 80 Bedienstete der MKB an der Brandschutz-Schulung der AGW teil. "Wirklich Neues erfahren wir natürlich nicht, da wir ja alle in Brandschutzsicherheitsmaßnahmen bereits eingewiesen wurden, aber bei vielen Dingen ist es wichtig, dass sie immer und immer wieder geübt werden, damit sie sich verfestigen und in Notfällen ohne lange zu zögern abgespult werden können", meint Michael Rischmüller.

Und so erfahren die Kursteilnehmer unter anderem, wie ein Feuerlöscher oder ein Wand-Hydrant richtig bedient werden? Was man bei einem Notruf alles zu beachten ist und wie Brände richtig bekämpft werden.

"Das oberstes Gebot, ganz gleich, was auch immer passiert ist, heißt: Ruhe bewahren", appelliert Udo Flottmann an alle Kursteilnehmer. "Denn durch Panik gefährden Sie nicht nur sich selbst, sondern auch andere".


Auch der Notruf will gelernt sein

Das gelte sowohl für den Notruf - "hier sollten Sie möglichst genaue Angaben über das Unglück machen und Nachfragen der Feuerwehr sorgfältig beantworten" - als auch für das Löschen des Brandherdes - "es nutzt nichts, wenn Sie mit dem Feuerlöscher in der Hand so schnell zum Brandherd rennen, dass Sie dabei stolpern und dann hinfallen", erläutert Flottmann.

"Und über eines sollten sich alle bewusst sein", so der Experte weiter, "wenn in einem Bus ein größeres Feuer ausgebrochen ist, gibt es nur eines: alle Fahrgäste sollten das Fahrzeug so schnell wie möglich verlassen."

Nach umfangreichen theoretischen Unterweisungen folgte dann die Praxis. Auf dem Hof der Mindener Kreisbahnen simulierte Flottmann unterschiedliche Brände, die gelöscht werden mussten. Hier durften alle Teilnehmer einmal selbst Hand anlegen und beherzt einen Feuerlöscher ergreifen und damit das Feuer bekämpfen.

"Auch wenn Sie glauben, dass das Feuer vollständig gelöscht ist, muss die Unglücksstelle unbedingt weiter im Auge behalten werden, da sich das Feuer erneut entfachen kann", betonte der Brandschutzbeauftragte. Nach Möglichkeit solle daher auch der Feuerlöscher nicht sogleich vollkommen geleert werden.

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