Drucken

MKB verlegt Gleis und Weiche neu

am . Veröffentlicht in Güterverkehr

Minden (mt/Jürgen Langenkämper). Auch Eisen setzt der Zahn der Zeit zu. 25 Jahre lang hatten Schienen der Mindener Kreisbahnen dem Druck der Güterzüge standgehalten, am vergangenen Wochenende mussten sie ausgetauscht werden.

MKB-Gleis neu verlegt: Mit schweren Motorschraubern und überdimensionierten Knarren rückten die Männer des Bautrupps den Schrauben und Muttern an den Schienen zu Leibe. | MT-Foto: Langenkämper

"Die leichte Linkskurve ist im Laufe der Jahre ,eckig´ geworden", erklärte MKB-Geschäftsführer Dietmar Schweizer an der Baustelle zwischen den Firmen Melitta, ABB und Cofreso. Dort, wohin kaum ein Passant von den Straßen aus schauen kann, zweigt ein Gleis zum Westhafen habt. Und just diese Weiche musste in dem kurzen Zeitraum zwischen Freitagnachmittag und Sonntagmittag samt Schienen und Schwellen erneuert und das gesamte Gleisbett ausgetauscht werden. "Wir haben damit ein Unternehmen aus Braunschweig beauftragt", erläuterte Schweizer bei einer Besichtigung am Samstag.

Der lang anhaltende Winter hatte eine Verschiebung der Arbeiten notwendig gemacht. Infrage kam nur ein Wochenende, um den Güterverkehr auf dem Gleis nach Hille so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Deshalb begannen die Hauptarbeiten nach Vorbereitungen an den Vortagen, nachdem der letzte Güterzug am Freitag das Abfüllwerk des Spirituosenherstellers Berentzen in Hahlen verlassen und die Stelle passiert hatte.

Zuerst musste das alte Gleis abgebaut und die Strecke auf einer Länge von rund 130 Metern ausgekoffert werden, bevor neuer Schotter eingebracht und neue Schwellen gelegt werden konnten.

"Das Gleis muss um bis zu 1,40 Meter verschoben werden", erläuterte MKB-Betriebsleiter Heinz Imgrund, den Verlauf der neuen Trasse. Damit wird stärker als zuvor eine Ideallinie in der lang gestreckten Kurve zwischen Industriearealen hindurch angestrebt. So soll auch vermieden werden, dass diese werktäglich befahrene Hauptstrecke der MKB allzu schnell wieder "Ecken" bekommt. "Die wirken für den Zug wie Schlaglöcher auf der Straße für Autos", sagte Dietmar Schweizer. In letzter Zeit mussten die Züge den kritischen Punkt mit zehn km/h statt der sonst im Stadtgebiet üblichen 30 km/h befahren.

Am Sonntagnachmittag sollte bereits wieder ein Zug der Mindener Museumseisenbahn nach Hille rollen. In sechs Wochen wird ein zweiter Stopfgang erfolgen, um das Gleisbett weiter zu verfestigen.

 

Quelle: Mindener Tageblatt (Jürgen Langenkämper) - www.mt-online.de