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Keine Probleme beim Nachschub

am . Veröffentlicht in Güterverkehr

Minden (mt). Während sich Reisende und Pendler auf den Bahnsteigen frierend die Füße in den Bauch stehen, lässt der Lokführer-Streik die Logistiker in heimischen Firmen mit Bahnanschluss kalt.
Von Hartmut Nolte

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 MT-Foto: M. Otto

Railion, Frachttochter der Deutschen Bahn AG, transportiert Kohle für die Stromerzeugung nach Veltheim und Lahde, Rohstoffe für die Chemieproduktion auf der Schiene nach Minden und mehr. Minden hat auch im Güterverkehr große Bedeutung.

Bei den beiden großen Kraftwerken im Mühlenkreis hat man vorgesorgt. "Wir können zwölf Wochen und länger Streik überstehen", sagt Matthias Eiden, Leiter der EonKraftwerke Mittelweser in Lahde und Landesbergen. 120 000 Tonnen Kohle habe man in Lahde gebunkert.

Das reicht zwar bei Vollast des Kraftwerks Heyden gerade mal für 20 Tage, aber nicht immer wird die Turbine auf vollen Drehzahlen gefahren und viel Kohle kommt per Schiff. Außerdem ist der Stromerzeuger auf die Bahntochter nicht angewiesen, hat auch Verträge mit einem privaten Transporteur.

Auch beim Gemeinschaftskraftwerk Weser in Veltheim wird der Streik gelassen genommen. "Zwei bis zweieinhalb Monate kommen wir hin", berichtet Geschäftsführer Jörg Röthemeier. Schon wegen der kommenden kalten Jahreszeit seien die Kohle-Vorräte jetzt höher.

Auch bei der BASF Pharma an der Karlstraße zeigt sich der Vorteil einer Lagerhaltung. Werkleiter Roland Minges weist auf die Tanklager hin, aus denen für längere Zeit Nachschub für die Produktion genommen werden kann. "Die Kapazitäten sind so bemessen, dass wir Rohstoff-Lieferstörungen unterschiedlichster Art überbrücken können", berichtet er auf MT-Anfrage.

Am besten im Blick, was sich bei der Bahn tut oder nicht tut, hat Dietmar Schweizer, Geschäftsführer der Mindener Kreisbahnen (MKB). Er schaut von seinem Büro an der Karlstraße auf die Gleise des Mitbewerbers. Bei der MKB als Privatbahn haben die Lokführer Friedenspflicht.

Aber "Streikbrecher" wird die MKB nicht spielen. "Wir leihen keine Lokführer aus. Wenn dann nur mit Lok", ist Schweizer bereit Aufträge zu übernehmen, wenn von Railion eine Anfrage käme. Die habe es noch nicht gegeben. 

Quelle: Mindener Tageblatt