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Für Barbara ist der erste Zug abgefahren

am . Veröffentlicht in Güterverkehr

Porta Westfalica-Nammen (Ly). Für die Barbara Erzbergbau GmbH ist der Zug abgefahren. Und zwar der erste, denn seit gestern nutzt das Unternehmen wieder seinen Gleisanschluss in Nammen.
Von Stefan Lyrath

Gegen acht Uhr trafen 20 Güterwaggons ein, gezogen von einer V6-Lok der Mindener Kreisbahnen (MKB). Stundenlang wurden die Wagen über eine Rampe am Nammer Brecherturm per Radlader befüllt, bevor es um 11.10 Uhr zum MKB-Güterbahnhof Richtung Minden ging. Dort übernahm eine Lok der Osthannoverschen Eisenbahn (OHE) mit Sitz in Celle.

Bei der Ladung handelte es sich um 500 Tonnen Gleisschotter, bestimmt für eine Bahnbaustelle bei Osnabrück. Kommende Woche fährt bereits der nächste Zug, allerdings eine Nummer kleiner: 150 Tonnen Gleisschotter werden auf sechs Waggons verteilt und nach Versmold geschickt.

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Schaufel für Schaufel: Über eine Rampe am Nammer Brecherturm werden die Güterwagen per Radlader befüllt.

Pro Monat sollen auf der MKB-Strecke, wo zuletzt nur die Museumseisenbahn verkehrte, künftig zwei bis drei Güterzüge fahren. Pro Jahr rechnet das Unternehmen zunächst mit rund 25 000 Tonnen fertigem Material aus den Gruben in Kleinenbremen und Nammen, das auf diese Weise transportiert wird.

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Reibungsloser Ablauf: MKB-Mann Jens Foppe (in Warnweste) freut sich mit den Barbara-Chefs Jürgen Müller (l.) und Olaf Lüppes. (Fotos: Stefan Lyrath)

Von der Reaktivierung des vorübergehend stillgelegten Gleisanschlusses sowie der Verlagerung eines Teils der Transporte auf die Schiene versprechen sich die Geschäftsführer Olaf Lüppes und Jürgen Müller erstens deutliche Einsparungen gegenüber Transporten mit Lastwagen, zweitens lukrative Aufträge zur Belieferung von Bahnbaustellen. Hinter diesen Überlegungen steht eine Investition von bis zu 300 000 Euro in Gleise und Verladeanlagen. Die Barbara selbst verfügt über 1500 Meter Gleislänge.

Umweltpolitisch sind Verlagerungen auf die Schiene gewollt. Jeder einzelne Waggon entsprach gestern etwa einer Lkw-Ladung. "Dadurch wurden 20 Lastwagenfahrten gespart``, erklärt Jens Foppe, MKB-Gruppenleiter Marketing/Vertrieb. Foppe freut sich, dass der Güterverkehr auf dieser Strecke, die natürlich trotzdem unterhalten werden musste, nach mehr als zehn Jahren wieder belebt wird. "Wir sind froh, dass sich die Barbara dazu entschlossen hat.``

Gleichzeitig rät der MKB-Mann zu erhöhter Aufmerksamkeit an Bahnübergängen. "Mit Sicherheit``, so Foppe, "stellen 20 Lastwagen aber eine größere Gefahr dar.``

Quelle: Mindener Tageblatt