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Sicher einsteigen, sicher ankommen

am . Veröffentlicht in Nahverkehr

Preußisch Oldendorf (WB/Kathrin Kröger). »Heute ist der Bus das Klassenzimmer«, sagt Polizist Erhard Fricke. Auf dem Stundenplan der Klasse 2a der Grundschule Preußisch Oldendorf standen gestern die Themen Sicherheit und richtiges Verhalten rund ums Busfahren.

Möglich macht dies die Busschule, eine verkehrspädagogische Initiative. In Minden-Lübbecke ist derzeit die MKB (Mindener Kreisbahn) mit diesem Angebot unterwegs. »Wir haben das Glück, dass das Unternehmen auch unsere Schulen besucht und die Kosten für die Aktion übernimmt«, sagte Heidi Freudenstein, Leiterin des Grundschulverbundes Preußisch Oldendorf-Börninghausen.
Auch die Kinder fanden die Busschule einfach toll. Wobei der Inhalt eine ganz ernste Angelegenheit ist. »Lebenswichtig ist, grundsätzlich einen Meter Sicherheitsabstand zum Bus einzuhalten«, erklärte Fricke den Kindern. Der Bus kommt nämlich weit über den Bordstein beim Ein- und Ausrangieren an der Haltestelle. Fricke: »Außerdem wird ein Kind, das zu dicht am Bordstein steht, erst gar nicht vom Busfahrer gesehen.«

Die Mädchen und Jungen staunten nicht schlecht, als MKB-Busfahrer Ralf Häusler in der Praxis vorführte, was für Folgen falsches Verhalten haben kann. Große Augen machten die Kinder auch, als der Busfahrer mal ordentlich auf die Bremse trat - aber erst, nachdem die Kinder darüber informiert worden waren. Um zu veranschaulichen, welche Kräfte wirken, hatte Fricke einen Kanister in den Gang gestellt. Und der machte einen Riesensatz nach vorne. »Und ich bin nicht einmal 30 Stundenkilometer gefahren und habe lediglich eine Gefahrbremsung und keine Vollbremsung gemacht«, erklärte Häusler.

»Da seht ihr, wie wichtig es ist, immer festen Halt zu suchen«, so der Bezirksbeamte. Und was gilt es sonst zu beachten? Nicht auf dem Sitz herumspringen und keine Turnübungen im Gang veranstalten. Außerdem gibt es »richtige« und »falsche« Sitzplätze im Bus. Letztere sind in der letzten Reihe zu finden. Von dort aus wird man im schlechtesten Fall besonders weit durch den Bus geschleudert.

Außerdem lernten die Zweitklässler, was die Piktogramme im Bus bedeuten: So bedeuten beispielsweise die durchgestrichenen Pommes Frites und das Eis nicht, dass man nur auf diese Lebensmittel verzichten muss, sondern ein generelles Ess- und Trinkverbot. »Wenn ihr einen Schluck aus der Flasche nehmt und der Busfahrer genau in diesem Moment bremsen muss, schlagt ihr euch die Zähne aus«, betonte Häusler.

Und wenn man ausgestiegen ist? Fricke: »Immer warten, bis der Bus abgefahren ist.«

Quelle: Westfalen Blatt