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Blitzschnell bis nach Espelkamp

am . Veröffentlicht in Nahverkehr

Espelkamp. Bislang dauerte die Reisezeit rund 100 Minuten. Für eine Strecke von knapp 30 Kilometern. An Montag ändert sich das; dann ist die Strecke in knapp 60 Minuten machbar. Von Jörn Spreen-Ledebur

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Was lange währt, wird endlich gut: Dietmar Schweizer, MHV-Aufsichtsratschef Ernst-August Schrewe und Bürgermeister Heinrich Vieker (v. l.) freuen sich über den neuen Schnellbus. (Foto: Jörn Spreen-Ledebur)


Entsprechend optimistisch sind die Verantwortlichen, die gestern schon mal zur Probefahrt am Espelkamper Bahnhof Station machten.

Wer künftig auf eine schnelle Verbindung zwischen Minden und Espelkamp setzt, sollte sich die Nummer 515 merken. Das ist die Linienbezeichnung für den neuen Schnellbus, der die beiden Städte ab dem kommenden Montag, 2. April, im Zwei-Stunden-Takt verbindet.

Der erste Bus von Minden nach Espelkamp fährt um 7.10 Uhr am Bahnhof ab; der letzte um 17.10 Uhr. Der erste Bus fährt entgegengesetzt um 8.10 Uhr am Espelkamper Bahnhof ab, der letzte um 18.10 Uhr. Der Mindener Bahnhof wird dann 56 Minuten später erreicht.

Einen Schnellbus zwischen Minden und Lübbecke gibt es bereits seit einigen Jahren und mit den Benutzerzahlen ist Achim Overath von der Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft zufrieden. Im Durchschnitt nutzten mehr als 30 Fahrgäste den "Wiehenblitz" - "ein sehr guter Wert", sagten gestern Overath, Dietmar Schweizer (Geschäftsführer Mindener Kreisbahnen, MKB) und Hartmut Heinen (Kreis-Wirtschaftsförderer und stellvertretender MKB-Geschäftsführer).

"Wiehenblitz" - ein prägnanter Name. Deshalb regte Heiner Brockhagen, Stadtentwickler im Espelkamper Rathaus, an, auch für den neuen Schnellbus zwischen Espelkamp und Minden ebenfalls einen griffigen und prägnanten Namen zu geben. Darüber soll nun beraten werden.

Die neue, umsteigefreie Linie 515 zwischen beiden Städten sei nicht nur eine Verbesserung für diejenigen, die auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen seien, sagte Espelkamps Bürgermeister Heinrich Vieker. Die Linie sei außerdem eine echte Alternative zum Auto und ein Beitrag zum weiteren Zusammenwachsen der Altkreise Minden und Lübbecke.

Es sei ein großer Fortschritt, dass Bürgerinnen und Bürger aus Espelkamp und Hille jetzt schneller nach Minden gelangen können, um dort Behördengänge zu erledigen, einzukaufen oder vom Bahnhof aus zu verreisen, sagte Vieker. Gleichwohl hofft der Espelkamper Ratsvorsitzende, dass die Linie keine Einbahnstraße wird und auch Bürger aus Minden nach Espelkamp fahren.

Als Förderung der Infrastruktur bezeichnete Hartmut Heinen die neue Schnellbus-Linie. Damit werde kein neuer Parallelverkehr geschaffen, sondern bestehende Verbindungen sinnvoll ergänzt. Eingesetzt werden auf dieser Linie nach Angaben Schweizers modernste Niederflurbusse mit Klimaanlage. Ein Dank Schweizers galt an die MHV, den Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe und den Kreis als Gesellschafter der MKB.


Quelle: Mindener Tageblatt vom 31.03.2007